Der Erste Weltkrieg. Seine Deutung in Literatur und Kunst

Datum der Veranstaltung:
16. November 2014 bis 21. November 2014

Veranstaltungsbeschreibung

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der sich 2014 zum hundertsten Mal jährt, ist der Anlass, die Auseinandersetzung mit diesem Ereignis in den Mittelpunkt des 24. Trinationalen Kolloquiums zu stellen. Es wird aspektuell behandelt, um einerseits konzentriert Einblicke in relevante Themengebiete zu ermöglichen und andererseits den Studierenden Gelegenheit zu geben, sich mit historischen Daten und Verläufen, vor allem aber auch mit einer begrenzten Anzahl repräsentativer literarischer und künstlerischer Werke zu beschäftigen. Dies wird mit Blick auf drei Teilthemen geschehen:

  • Die Realität des Krieges: Daten, Verläufe, Zeugenaussagen
  • Die Deutung des Krieges in lyrischen Texten
  • Die Deutung des Krieges in der Kunst.

Veranstalter

Trinationales Kolloquium der Universitäten Angers, Vechta und Zielona Góra
E-Mail: Veranstaltungsorte:
Prof. Dr. Claus Ensberg
Universität Vechta
Driverstraße 26
49377 Vechta
Deutschland

Mehr Informationen

Deutsch-französisch-polnisches Seminar.

So lief die Veranstaltung

Das diesjährige, 24. Trinationale Kolloquium, an dem jeweils dreizehn Studierende der Universitäten Angers, Vechta und Zielona Góra und fünf Dozenten teilnahmen, fand vom 16. bis 21. November 2014 in der Kath. Akademie Stapelfeld statt. Thema war – der 100. Jahres­tag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gab den Anlass – die Deutung die­ses Krieges in Li­teratur und Kunst. Der Analyse expressionistischer Ge­dichte (Heym, Benn, Stadler, Stramm, Trakl) und Bil­der (Kollwitz, Dix, Beckmann) lag die Beschäftigung mit den zeitgeschichtlichen Hintergründen (Verlauf des Krieges, Art und Weise der Kriegfüh­rung, biographische Zeugnisse) zugrunde. Dementspre­chend wurde das Thema in drei Gruppen behandelt. Dies geschah interdisziplinär, so dass auch Querverbindungen zwischen literarischer und kunstgeschichtlicher Epo­che des Expressionismus ins Gespräch kamen. Während der Arbeitssitzungen wurde deutsch gesprochen. 

Bernd Selle von der Universität Vechta gab mit seinem Vortrag über das Triptychon  'Der Krieg' von Otto Dix wert­volle Anregungen. In der Diskussion, die sich an den Vortrag an­schloss, wurden Parallelen gezogen zwi­schen zeittypischen Kompositi­onstechniken in der bildenden Kunst und Gestaltungsver­fahren in der Lyrik der ers­ten zwei, drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Auch ge­schichtliche, religi­öse, bio­graphische Be­züge spielten eine Rolle. Der Vortrag spiegelte das zentrale Vorhaben des Kolloquiums, die Einzelanalysen von Texten und Bildern in übergrei­fende real-, kunst- und lite­raturgeschichtliche Zusammen­hänge einzuordnen. Dazu trug auch fil­misches Material bei, das Einblicke in die historischen Gegebenheiten von der Jahr­hundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs und einige durch sie geprägte Lebensverläufe vermittelte. Es hob vor allem auf den Gegensatz von Kriegseu­phorie und bereits nach kurzer Zeit eintretender Ernüchterung ab, die der Stellungs­kampf sowohl an der Front wie in der Heimat auslöste. Der Besuch der Bremer Kunsthalle mit Führung und Atelier vermittelte vertiefte Kenntnisse nicht nur zu ein­zelnen Wer­ken, sondern auch zu epochenspezifischen Kompositionstechniken im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. 

In der Schlussphase des Kolloquiums wurden von den einzelnen Gruppen die Ergeb­nisse ihrer Arbeit thematisiert. Es ging darum, sie so mitzuteilen, dass sie nachvoll­ziehbar für diejenigen werden, die an ihrem Zustandekommen nicht beteiligt waren. Jede Gruppe war darauf bedacht, ihre Arbeitsergeb­nisse so zu ver­mitteln, dass sie nacherarbeitet werden konnten – didaktisch be­trachtet, eine ten­denziell anspruchs­volle Aufgabe, an deren Umsetzung alle Teilnehmer, insbesondere auch die polni­schen und französischen, mitwirkten. So fand das Kolloquium unter inhaltlichen und sozialen Aspekten einen gelungenen Abschluss. Er verdeutlichte, dass die Beschäfti­gung mit Literatur und Kunst insbesondere für die ausländischen Teil­nehmer Anlass sein kann, in wenigen Tagen einiges an Sicherheit im deutsch­sprachlichen Re­den, Erklären, Argumentieren hinzuzuge­winnen.