Zivilcourage braucht keine Superhelden!

1914-2014: 100 Jahre 1. Weltkrieg – Zivilcourage braucht keine Helden

Der 1. Weltkrieg ist eines der Ereignisse des 20. Jahrhunderts, das den europäischen Integrationsprozess und die Festlegung gemeinsamer Werte maßstäblich geprägt hat.

Unser Projekt trägt den Titel: „Zivilcourage braucht keine Superhelden!“. Gerade mit jungen Erwachsenen aus Deutschland und Frankreich , erscheint die Auseinandersetzung mit diesem Thema sinnvoll. Auch heutzutage sind beide Gesellschaften stark vom Zuwachs rechtsextremer / rechtspopulistischer Tendenzen und Gewalttaten betroffen, die verstärkt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Zivilcourage erfordern.

Was ist Zivilcourage? Welche Erfahrungen habe ich als junge/r Erwachsene/r in meinem Alltag gemacht (positiv wie negativ)? Was sind Motivations- aber auch die Hemmfaktoren für couragiertes Handeln? Und: Wo liegen die Grenzen couragierten Handelns?

Dies sind die Fragen, die im Laufe der Seminarwoche mit den Teilnehmenden diskutiert und erarbeitet werden.

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erfolgt aus zwei Perspektiven: aus der Alltagsperspektive der Jugendlichen aber auch aus historischer Perspektive (Lernen von anderen, Lernen von der Geschichte), um Erinnerungsarbeit in einer zielgruppengerechten Weise zu vermitteln – für junge Erwachsene, die die Katastrophen des 20. Jahrhunderts und deren dauerhafte Folgen nicht selbst miterlebt haben.

In diesem Seminar liegt der Fokus dabei bewusst auf unbekannten Personen aus ausgewählten Epochen (1. Weltkrieg, NS-Zeit, etc.), die durch die Ereignisse und ihr persönliches Schicksal zum (couragierten) Handeln bewegt wurden. Die Auseinandersetzung mit diesen s.g. „Helden des Alltags" fördert die Empathie der jungen Teilnehmenden, da sie einen direkteren Zugang schafft, a) zur Identifikation mit diesen Personen, die gerade 1914 zum größten Teil im gleichen Alter waren wie sie heute, b) zum Verständnis der Gründe, die diese Personen zum couragierten Handeln bewegt haben. Auch hier gilt es, die Herausarbeitung dieser Aspekte in den verschiedenen historischen Epochen als "regards croisés" (Berücksichtigung der deutschen und der französischen Perspektive, Definition von Gemeinsamkeiten und Unterschieden z.B. in Bezug auf die Erinnerungskultur, Sichtweise auf „Helden", „Opfer", „Täter"...) zu nutzen.

Datum des Projektes:
08. Dezember 2014 bis 13. Dezember 2014

Veranstalter

Europäische Akademie Otzenhausen
E-Mail: Projektorte:
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler,
DE

Projektbeschreibung

Aus historisch-politischer Sicht ist das Jahr 2014 ereignisreich: 100 Jahre Beginn des 1. Weltkriegs, 70 Jahre D-Day, 25 Jahre Mauerfall. Diese Ereignisse haben Europa dauerhaft geprägt und waren grundlegend für den europäischen Integrationsprozess sowie die Festlegung gemeinsamer Werte – wie beispielsweise Frieden, Toleranz, Achtung der Menschenrechte, Demokratie und  Rechtsstaatlichkeit.
Anlass genug, um die Bedeutung dieser historischen Ereignisse in unserer bildungspolitischen Arbeit mit jungen Erwachsenen aus verschiedenen Nationen herauszuarbeiten. Dies werden wir in einem dreiteiligen Projekt tun (Projektzeitraum Dezember 2014 – Dezember 2015), anhand von Themen, die sich für die Aufarbeitung dieser historischen Momente als Querschnittsthemen anbieten: Zivilcourage, Freiheit und Menschenwürde.
Ziel des Gesamtprojekts ist es, die jungen Teilnehmenden zur Auseinandersetzung mit den Chancen und Herausforderungen in historischer und aktueller Perspektive anzuregen, die mit der konkreten, alltäglichen Gestaltung, sprich des Lebens dieser Werte verbunden sind. Weiterhin möchten wir mit dem Projekt die Befähigung der Teilnehmenden zur politischen Partizipation stärken und die individuellen Handlungskompetenzen erhöhen.
Das Projekt gliedert sich in drei multinationale Seminare mit je einem Themenschwerpunkt: Zivilcourage (Dezember 2014), Freiheit (Frühjahr 2015) und Menschenwürde (Dezember 2015).
Die Ergebnisse der Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit dem jeweiligen Wert werden in kreativer Form (Collage bestehend aus Bildern, Gedichten, Porträts…) jeweils auf einer großen Spannplatte (2 x 1 m) am Schluss des jeweiligen Seminars gestaltet (Transferphase). Die drei Teile werden von vornherein als Triptychon zusammengeführt und ausgestellt. Somit versteht sich das ganze Projekt als work in progress.
Der erste Teil des Projekts trägt den Titel: „Zivilcourage braucht keine Superhelden!“. Gerade mit jungen Erwachsenen aus Deutschland und Frankreich – Länder und Gesellschaften, die (und deren Verhältnis zueinander) zutiefst von den oben genannten historischen Ereignissen geprägt wurden, erscheint die Auseinandersetzung mit diesem Thema sinnvoll. Auch heutzutage sind beide Gesellschaften stark vom Zuwachs rechtsextremer / rechtspopulistischer Tendenzen und Gewalttaten betroffen, die verstärkt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Zivilcourage erfordern.
Was ist Zivilcourage? Welche Erfahrungen habe ich als junge/r Erwachsene/r in meinem Alltag gemacht (positiv wie negativ)? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es (Handeln in Konflikt- und Gewaltsituationen)?  Was sind Motivations- aber auch die Hemmfaktoren für couragiertes Handeln? Und: Wo liegen die Grenzen couragierten Handelns (Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn ich eingreife? – Was bin ich bereit in Kauf zu nehmen?)
Dies sind die Fragen, die im Laufe der Seminarwoche mit den Teilnehmenden diskutiert und erarbeitet werden.
Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erfolgt aus zwei Perspektiven: aus der Alltagsperspektive der Jugendlichen aber auch aus historischer Perspektive (Lernen von anderen, Lernen von der Geschichte), um Erinnerungsarbeit in einer zielgruppengerechten Weise zu vermitteln – für junge Erwachsene, die die Katastrophen des 20. Jahrhunderts und deren dauerhafte Folgen nicht selbst miterlebt haben.
In diesem Seminar liegt der Fokus dabei bewusst auf unbekannten Personen aus ausgewählten Epochen (1. Weltkrieg, NS-Zeit, Ende des Kalten Krieges/Mauerfall, heute), die durch die Ereignisse und ihr persönliches Schicksal zum (couragierten) Handeln bewegt wurden. Die Auseinandersetzung mit diesen s.g. „Helden des Alltags" fördert die Empathie der jungen Teilnehmenden, da sie einen direkteren Zugang schafft, a) zur Identifikation mit diesen Personen, die gerade 1914 zum größten Teil im gleichen Alter waren wie sie heute, b) zum Verständnis der Gründe, die diese Personen zum couragierten Handeln bewegt haben (apprendre à se replacer dans les mentalités et la culture de l'époque). Auch hier gilt es, die Herausarbeitung dieser Aspekte in den verschiedenen historischen Epochen als "regards croisés" (Berücksichtigung der deutschen und der französischen Perspektive, Definition von Gemeinsamkeiten und Unterschieden z.B. in Bezug auf die Erinnerungskultur, Sichtweise auf „Helden", „Opfer", „Täter"...) zu nutzen.

Programm

Einzelne Punkte des Seminarprogramms

  • Eingreifen, aber wie? Zivilcourage braucht keine Superhelden. Ausarbeitung verschiedener Handlungsmöglichkeiten anhand ausgewählter Erlebnisse der Teilnehmer (Methode: Forumtheater nach A. Boal)
  • Am Anfang war das Vorurteil! Zum bewussten Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen zur Vorbeugung von Diskriminierung und Rassismus (Praxisworkshop)
  • Zivilcourage braucht keine Superhelden! Lernen aus der Geschichte. Erarbeitung der Beweg- und Hemmfaktoren für Zivilcourage anhand von Porträts „Unbekannter“ aus vier Zeitepochen.  (Methode: biografisches Lernen)
  • Tagesexkursion nach St. Wendel und  Verdun. Zeitzeugengespräch im Adolf-Bender Zentrum und Besuch der Citadelle souterraine in Verdun.

Die täglichen Sprachanimationen, der deutsch-französische Spezialitätenabend und der Multikulturelle-Abschlussabend sind wichtige Bestandteile des Seminars, die wesentlich für die binationale Gruppendynamik und den Zusammenhalt sind.

Mehr Informationen

Entnehmen Sie dem nachfolgenden Link weitere Informationen:
http://www.eao-otzenhausen.de/veranstaltung/detail/zivilcourage-braucht-keine-superhelden/