Vorbei und vergessen? Mapping Memories: Auf Spurensuche in der deutsch-französischen Geschichte

„Wenn es seine Geschichte vergisst, schwächt sich Europa.“

Ansprache von Papst Franziskus an den Europarat, Straßburg, 25. November 2014

Das Ende des ersten Weltkrieges jährt sich 2018 zum hundertsten Mal. Gerade einmal knapp sechs Wochen dauerte es 1914, um die Welt in einen Weltkrieg zu stürzen. Dieser Krieg stellt eine Zäsur zum Anfang des Jahrhunderts dar. Mit seinen endlosen Materialschlachten, in denen Hunderttausende im Artilleriefeuer starben, änderte er das Bild vom Krieg. Schützengräben-Alltag und verbitterte Stellungskämpfe - wie um Verdun - dämpften die anfängliche Kriegsbegeisterung rasch. Diese "Urkatastrophe" (George F. Kennan) brachte 30 Millionen Menschen Leid, erfasste alle Bereiche von Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur – und prägte den weiteren Verlauf der neueren Geschichte. Dieser Krieg reiht sich ein in eine Geschichte, die von deutsch-französischer Feindschaft und Auseinandersetzung in ganz Europa geprägt war und ihren traurigen Höhepunkt im Zweiten Weltkrieg fand.

Vor diesem Hintergrund scheint die Annäherung, die nach 1945 zwischen Deutschland und Frankreich, sowie den anderen europäischen Staaten stattfand, als ein kleines Wunder. Die Europäische Union hat sich im Laufe der Jahrzehnte als Garant für Frieden und Sicherheit in den Mitgliedsstaaten etabliert. Diese Situation ist für einen Großteil der Bevölkerung zu einem Zustand der Normalität geworden. Die Kriege der Vergangenheit hingegen scheinen weit weg und vergessen.

Doch sind die EU und der Frieden, der in ihr herrscht, so selbstverständlich? Oder ist Frieden etwas, für das man jeden Tag neu eintreten muss? Ist die EU etwas, dass nicht nur durch ihre Verträge besteht, sondern auch von der Bevölkerung getragen werden muss? Und wenn ja, was kann der Einzelne tun? Renationalisierungstendenzen und das Erstarken populistischer Strömungen geben diesen Fragen eine neue Aktualität.

Vor allem für junge Erwachsene ist die Zeit, in der sich Deutschland und Frankreich sowie ihre europäischen Nachbarn bekriegten, Geschichte. Eine Geschichte zu der sie oft keinen Bezug mehr haben. Damit scheint auch die Brisanz der EU als Friedensprojekt in den Hintergrund zu treten. Die europäische Gemeinschaft erscheint vor allem als Wirtschaftsgemeinschaft oder Bürokratiemonster, das weit weg vom eigenen Alltag existiert. Errungenschaften wie offene Grenzen werden als gegeben hingenommen. Aber genau das ist fatal, wenn die eigentliche europäische Idee dabei in Vergessenheit gerät. Gerade die jungen Menschen sind es, die den europäischen Gedanken weitertragen und weiterentwickeln können. Denn wenn es seine eigene Geschichte vergisst, schwächt sich Europa.

Diesem Prozess des Vergessens will das Seminar entgegenwirken. Die Teilnehmenden sollen für ihre gemeinsame Geschichte und die Gründe für die Entstehung der EU sensibilisiert und sich ihrer eigenen Vorstellungen von Frieden bewusstwerden. Denn nur auf dieser Basis können sie ihre eigene Vision von Europa entwickeln und diese im Sinne einer aktiven Bürgerschaft nach außen vertreten.

Die Methodenauswahl wurde gezielt danach ausgewählt, den Teilnehmenden Spielraum für eine Mitgestaltung des Seminars einzuräumen. Weiterhin soll den Teilnehmenden die Möglichkeit für einen Perspektivwechsel gegeben werden und den Meinungen und Ansichten der Teilnehmenden . Hiermit soll eine Mehrfachperspektivität im Seminar erreicht werden.

 

Datum des Projektes:
28. Januar 2018 bis 02. Februar 2018

Veranstalter

Europäische Akademie Otzenhausen
E-Mail: Projektorte:
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler,
DE

Projektbeschreibung

Um die unter "Zusammenfassung" genannten Aspekte umzusetzen, werden im Seminar folgende Lerneinheiten und Methoden eingebracht. Der Aufbau orientiert sich dabei unter anderem an den Vorschlägen der pädagogischen Arbeitsgruppe des DFJW zum Thema Erinnerungsarbeit und Friedenspädagogik.
 
1.Verständigung und interkulturelle Kommunikation:
Die Teilnehmenden erlernen die Zusammenarbeit in einer europäisch gemischten Gruppe und lernen die anderen Teilnehmenden im direkten Austausch kennen. Nur so kann eine gute Arbeits- und Projektatmosphäre geschaffen, sowie Interesse für die Sprache und Kultur der Anderen gefördert werden. Dies wird im Rahmen von thematischen Kennenlernspielen sowie Sprachanimationen vor allem im non-verbalen Bereich durchgeführt. So lernen die Teilnehmenden zunächst auf einer spielerischen und niedrigschwelligen Ebene sich in einer mehrsprachigen Gruppe zurechtzufinden und Sprachbarrieren zu überwinden. Die Sprachanimationen werden über die gesamte Begegnung hinweg weitergeführt, um die sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten der Teilnehmenden zu stärken und eine reibungslose Kommunikation auch auf inhaltlicher Ebene sicherzustellen. Zusätzlich wird ein Workshop zur interkulturellen Kommunikation durchgeführt. Die Teilnehmenden werden für interkulturelle Missverständnisse sensibilisiert und werden ihre eigenen Stereotype und Vorurteile reflektieren.
Eine vorurteilsfreie und sensible Kommunikation ist der erste Schritt hin zu einem friedlichen Zusammenleben.
 
2. Persönliche Annäherung an die Thematik:
Die Teilnehmenden werden einen ersten Zugang zu dem Thema finden und Überschneidungspunkte mit ihrer Lebenswirklichkeit identifizieren. Die Ergebnisse dieser Phase geben die weiterführende inhaltliche Beschäftigung mit der Thematik vor. Dies ist die Voraussetzung für die folgende Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten und dem anschließenden Meinungsaustausch. Es wird mit den Teilnehmenden zunächst ein Mini-LARP (Live Action Role Play) „Suity Hero“ durchgeführt. Während des Mini-LARPs werden die Teilnehmenden in eine ähnliche Ausgangssituation gebracht, wie sie nach den Weltkriegen geherrscht hat. Die einzelnen, in diesem Spiel fiktiven Länder sind zerstört und müssen aufgebaut werden. Es fehlt an Ressourcen und Vertrauen gegenüber den anderen Staaten. Dabei werden ein Handlungsrahmen, Regeln und verschiedenen Aufgaben oder Handlungsanreize vorgegeben. Die Teilnehmenden nehmen - ähnlich wie im Improvisationstheater - eine Rolle ein. Innerhalb dieser Vorgaben können die Teilnehmenden frei Entscheidungen treffen und den Verlauf des LARPs bestimmen. Die Methode verfolgt einen emotionalen Ansatz. Sie sind ergebnisoffene, problemorientierte und auf der Interaktion der Teilnehmenden basierende Lernprozesse. Im Rahmen einer fiktiven, aber an die Realität angelehnten Situation, wird die Aneignung von Wissensinhalten ebenso trainiert wie die Bereitschaft, in Alternativen zu denken, und die Fähigkeit, Eigeninitiative zu entwickeln. Dadurch können junge Erwachsene ohne große Vorkenntnisse mit der Geschichte der EU vertraut gemacht werden. Die Teilnehmenden werden im Verlauf des Spiels auf verschiedene Probleme stoßen, die maßgeblich für die Entstehung der EU waren. Dabei wird vor allem auf folgende Aspekte eingegangen: Frieden, Demokratie, Erweiterung, die vier Freiheiten und Handel. Am Ende des LARPs können die realen historischen Ereignisse in der EU mit den Ergebnissen des Spiels abgeglichen und besprochen werden. Diese Methode ermöglicht somit einen niederschwelligen und affektiven Zugang zu der Thematik. Die Vermittlung von Geschichte kann ohne belehrenden Charakter geschehen. Geschichte wird erfahrbar.  Handlungsmöglichkeiten und Beschränkungen werden so fassbarer. Die jungen Erwachsenen werden dafür sensibilisiert, dass der Verlauf der Geschichte durch menschliche Entscheidungen verursacht wird und kein unabänderliches Schicksal ist. Die Teilnehmenden können sich zudem besser in den europäischen Gedanken einfühlen. Die Errungenschaften der EU treten stärker hervor und werden so von den Teilnehmenden nicht mehr als natürlich und gegeben vorausgesetzt. Das Mini-LARP, das im Seminar zum Einsatz kommen wird, wurde von verschiedenen Partnern des „European Network for Education and Training – EUNET e.V.“ unter anderem der EAO – entwickelt und ist daher genau auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppe und die Thematik zugeschnitten.
 
3. Wissensaneignung und Problemidentifikation:
Die Teilnehmenden werden sich anschließend mit den verschiedenen geschichtlichen Aspekten, die das LARP aufgreift, näher beschäftigen.Die Exkursion zum Memorial Verdun beleuchtet die Ausgangssituation des LARPs – Krieg und Feindschaft – näher. Das Memorial zeigt eindrucksvoll, welche Zerstörung und welches Leid die Kampfhandlungen mit sich brachten. Diese Eindrücke werden ergänzt durch einen historischen Überblick.Weiterhin werden sich die Teilnehmenden mit den Folgen des Krieges und der politischen Neugestaltung des Kontinents, also der Entstehungsgeschichte der EU sowie den Schritten der Vertiefung und Erweiterung auseinandersetzen. Hierbei stehen vor allem die Motive die hinter dem europäischen Projekt stehen im Vordergrund. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich gelegt.
Die Ergebnisse können die Teilnehmenden mit der Entwicklung des Mini-LARPs abgleichen. Was ist in der EU passiert und aus welchen Gründen? Was ist in ihrem Mini-LARP passiert und warum hat es diesen Verlauf genommen? So erhalten die Teilnehmenden die Wissensbasis, um sich mit den aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Nur wenn die geschichtlichen Ereignisse klar sind, kann eine sinnvolle Betrachtung und Bewertung der aktuellen Ereignisse erfolgen.
Anknüpfend an die Thematik der EU als Friedensprojekt wird in der nächsten Phase eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Begriff Frieden stattfinden. Die Teilnehmenden sollen sich der Vielschichtigkeit dieses Begriffs bewusstwerden und ihre eigene Definition von Frieden entwickeln.
 
4. Entwicklung, Diskussion und Verbreitung von Handlungsoptionen:
Darauf aufbauend werden die Teilnehmenden konkrete Handlungsoptionen entwickeln.Dies wird zum einen durch das „Theater der Unterdrückten“ nach A. Boal geschehen. Es kombiniert Kunst und Selbsterfahrung mit politischem Problemhandeln. Durch das spielerische und theatrale Zusammentreffen von Menschen können soziale und kommunikative Ressourcen freigelegt werden, die im Alltag meist nicht genutzt werden (können). Dabei soll der passive Zuschauer zur aktiven Handlung aktiviert werden. Es geht sowohl um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als auch um die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, die die Zukunft bietet. In Bezug auf das Thema Frieden sollen die Teilnehmenden dafür sensibilisiert werden, den Friedenszustand nicht als Gegebenheit anzunehmen, sondern dazu motiviert werden, Konfliktlösungen zu erarbeiten und in einen konstruktiven Dialog zu treten.
Zum anderen werden die Teilnehmenden im Laufe des Seminars das Erlernte immer wieder festhalten und schließlich darauf aufbauend Utopien für die Zukunft entwickeln. Dieser Prozess soll von den jungen Erwachsenen kreativ umgesetzt werden. Die Teilnehmenden machen eine Ausbildung u.a. im Bereich Geovisualisierung und Graphik. Ihre Kenntnisse sollen sie bei der Verarbeitung einsetzen und als Gruppe zu einem gemeinsamen Produkt kommen, das später veröffentlich werden kann. Um die Eigeninitiative der Teilnehmenden zu stärken, wird mit ihnen zusammen die genaue Ausgestaltung entwickelt. Es könnten beispielsweise Fotos, Comics, Filme oder eine Homepage erstellt werden angelehnt an die Materialien der pädagogischen Arbeitsgruppe des DFJW zum Thema Erinnerungsarbeit und Friedenspädagogik.
Die hier entstandenen Materialien können von den Teilnehmenden genutzt werden, um die Ergebnisse des Seminars an die SchülerInnen der Heimatschule weiterzugeben, die nicht direkt am Projekt beteiligt waren. Auch die EAO kann die Materialien in anderen thematisch passenden Seminaren weiterverwenden und so einen Peer-Learning-Effekt erreichen. Die Ergebnisse werden zudem auf der Homepage der EAO und ggf. auf dem YouTube-Kanal der EAO veröffentlicht.
Das Programm versteht sich als Raster, das zusammen mit den Teilnehmenden mit Leben und Ideen gefüllt wird. So ist eine hohe Partizipation der Teilnehmenden gewährleistet. Gleichzeitig wird ihnen aber auch ein Orientierungsrahmen gegeben, um sich mit den Themen im Sinne der Projektziele zu beschäftigen.
Die oben beschriebenen Einheiten und der dabei entstehende Lernprozess werden mit regelmäßigen Auswertungen und Reflexionsphasen begleitet. Die Teilnehmenden haben zu Ende eines jeden Tages die Möglichkeit, das Erlernte in nationalen Gruppen zu besprechen und die wichtigsten Elemente des Tages mit Hilfe einer Fotoevaluation zu sichern. Am Ende des Seminars wird eine umfassende mündliche und schriftliche Evaluation durchgeführt.

Programm

Sonntag, 28.01.2018

Bis 16.00 Uhr Ankunft der Teilnehmenden

16.30 – 17.00 Uhr Begrüßungskaffee

17.00 – 19.00 Uhr Ankommen in der Akademie
Vorstellung der Akademie und des Leitungsteams,
Vorstellung des Seminarprogramms
Diskussion über die Kurserwartungen

19.00 – 20.00 Uhr Abendessen

20.00 – 22.00 Uhr Deutsch-französische Beziehungen I Wir lernen uns kennen
Kennenlernaktivitäten in binationalen Kleingruppen und spielerische Einführung zur Seminarthematik
Methoden: u.a. Karte der Erinnerung und Sprachanimationen

Montag, 29.01.2018

08.00 – 09.00 Uhr Frühstück

Thematische Sprachanimation zu den Themen des Tages

09.00 – 10.00 Uhr Deutsch-französische Beziehungen II Wir lernen uns kennen
Thematisches Kennenlernen
Methoden: u.a. Geschichte meines Vornamens, Moleküle

10.00 – 12.30 Uhr Frieden im Kleinen:
Interkulturelle Kommunikation als Grundlage für ein friedliches Zusammenleben
Wahrnehmung des Fremden und des Eigenen, Wahrnehmung anderer Länder und Kulturen innerhalb der EU (Vorurteile, Stereotype), Umgang mit anderen Kulturen im Alltag, Zusammenarbeit im interkulturellen Kontext sowie Kooperationsspiel
Interaktiver Inputvortrag

12.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 16.00 Uhr Ein langer Weg zum Frieden: deutsch-französischer und europäischer Zusammenschluss I
Mini-LARP „Suity Hero“

16.00 – 16.30 Uhr Kaffeepause

16.30 – 17.30 Uhr Ein langer Weg zum Frieden: deutsch-französischer und europäischer Zusammenschluss II
Auswertung des Mini-LARPs

17.30 – 18.00 Uhr Mapping Memories I Was bleibt?
Diskussion über die Verarbeitung des Erlernten und Festhalten der Ergebnisse des Tages
Methode: Brainstorming in Kleingruppen

18.00 – 18.30 Uhr Wo stehen wir?
Evaluation des Tages in Kleingruppen anhand der Methode „Drei Adjektive“

18.30 – 19.30 Uhr Abendessen

19.30 – 21.00 Uhr Deutsch-französische Beziehungen III Die beiden Kulturen stellen sich vor
Mein Land, meine Region, meine Stadt, meine Ausbildung: Interaktive Präsentation durch die Teilnehmenden unter Berücksichtigung politischer, ökonomischer, geographischer, historischer und kultureller Gesichtspunkte

Dienstag, 30.01.2018

08.00 – 09.00 Uhr Frühstück

Thematische Sprachanimation zu den Themen des Tages

09.00 – 10.30 Uhr Ein langer Weg zum Frieden: deutsch-französischer und europäischer Zusammenschluss III
Arbeit in binationalen Kleingruppen u.a. zu diesen Themen: Gründung der EU (Historische Situation, Akteure, Leitgedanken), Vertiefung und Erweiterung der EU mit einem Fokus auf Deutschland und Frankreich (Deutsch-französischer Motor)
Methode: Geschichtsleine

10.30 – 10.45 Uhr Pause

10.45 – 11.15 Uhr Ein langer Weg zum Frieden: deutsch-französischer und europäischer Zusammenschluss IV
Präsentation der Ergebnisse und Auswertung

11.15 – 12.30 Uhr Die Idee vom Frieden: Was ist unsere Definition? I
Stationenlernen in binationalen Kleingruppen

12.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 15.00 Uhr Die Idee vom Frieden: Was ist unsere Definition? II
Auswertung des Stationenlernens

15.00 – 16.30 Uhr Frieden leben: Ist doch ganz einfach?! I
Methode: Theater der Unterdrückten

16.30 - 17.00 Uhr Kaffeepause

17.00 - 17.30 Uhr Frieden leben: Ist doch ganz einfach?! II
Auswertung Theater der Unterdrückten

17.30 - 18.00 Uhr Mapping Memories II Was bleibt?
Festhalten der Ergebnisse des Tages

18.00 – 18.30 Uhr Vorbei und vergessen? Ein Blick in die Geschichte I
Vorbereitung der Exkursion

18.30 – 19.00 Uhr Wo stehen wir?
Evaluation des Tages in nationalen Kleingruppen anhand der Methode „Drei Adjektive“

19.00 – 20.00 Uhr Abendessen

Mittwoch, 31.01.2018

07.30 – 08.30 Uhr Frühstück

08.30 – 10.00 Uhr Fahrt nach Metz
10.00 – 12.30 Uhr Vorbei und vergessen? Ein Blick in die Geschichte II
Décryptage zum Thema Spuren der deutsch-französischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (angelehnt an die Methode „Lebendige Denkmäler“)

12.30 - 13.30 Uhr Fahrt nach Verdun: Mittagspause mit Lunchpaketen im Bus

13.30 - 15.30 Uhr Vorbei und vergessen? Ein Blick in die Geschichte III
Besuch des Memorial in Verdun

15.30 – 18.00 Uhr Fahrt nach Otzenhausen

18.30 – 19.30 Uhr Abendessen

Donnerstag, 01.02.2018

08.00 – 09.00 Uhr Frühstück

Thematische Sprachanimation zu den Themen des Tages

09.00 – 09.30 Uhr Vorbei und vergessen? Ein Blick in die Geschichte IV
Auswertung der Exkursion

09.30 – 10.30 Uhr Mapping Memories: III Was bleibt und was soll kommen?
Reflektion über die vergangenen Tage und Festlegung der Schwerpunkte für die Workshops

10.30 – 10.45 Uhr Pause

10.45 – 12.30 Mapping Memories: IV Was bleibt und was soll kommen?
Workshoparbeit in binationalen Gruppen

12.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 16.45 Uhr Mapping Memories: Was bleibt und was soll kommen?
Fortsetzung der Workshoparbeit in binationalen Gruppen

16.45 – 17.30 Uhr Mapping Memories: Was bleibt? III
Präsentation der Ergebnisse und Abschlussdiskussion

17.30 – 18.30 Uhr Seminarabschluss
Schriftliche und mündliche Evaluation der Woche sowie „Brief an mich selbst“

18.30 – 19.30 Uhr Abendessen

20.30 Uhr Multikultureller Abschiedsabend
Selbstorganisiert von den Teilnehmenden
Freitag, 02.02.2018

8.00 Uhr Frühstück

Anschließend Abreise der Teilnehmenden

Soweit nicht anders angegeben, werden alle Einheiten vom Tagungsteam durch

So lief das Projekt

Zu Beginn des Seminars gestaltete sich die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden aufgrund der Sprachbarriere etwas stockend. Die Gruppe war allerdings sehr offen. Die Teilnehmenden gingen trotz Sprachschwierigkeiten schnell aufeinander zu. Mit Unterstützung des Teams gelang es daher schnell, diese Sprachbarriere zu überwinden. Das Fehlen einer gemeinsamen Sprache führte dazu, dass die jungen Erwachsenen ihre Sozialkompetenzen stark ausbauten. Sie halfen sich mit Übersetzungen wie auch bei inhaltlichen Problemen.
Zudem wurde deutlich, dass das Wissen in Bezug auf die deutsch-französische Geschichte sowie die europäische Geschichte sehr unterschiedlich war. Die Teilnehmenden profitierten daher sehr von der Arbeit in den binationelan Kleingruppen. Hier konnten sie sich in einem kleinen Rahmen austauschen und neues Wissen erarbeiten.
Besonders beeindruckt waren die Teilnehmenden zudem vom Besuch des Mémorial de Verdun. Schon die An- und Abfahrt entlang der Granatlöcher und Gräber war für die Teilnehmenden sehr eindringlich. Im Mémorial selbst waren die Teilnehmenden vor allem von den Tagebucheinträgen und Briefen der Soldaten beeindruckt sowie von den Ausmaßen der Zerstörung und der Verwundungen. Auch die psychischen Folgen, die die Soldaten davontrugen, blieben den Teilnehmenden im Gedächtnis. Sie gaben an, dass ihnen nicht bewusst gewesen wäre, welche Ausmaße diese Schlacht gehabt hat. Außerdem sei es im Gegensatz zur Recherche von historischen Fakten noch einmal etwas anderes, die Reihen von Kreuzen zu sehen und die Gedanken der Soldaten in den Audiobeiträgen zu hören. Letzteres sei viel plastischer. Eine Schülerin gab an, dass man noch ein zweites Mal das Mémorial besuchen müsste. Sie habe viele Eindrücke mitgenommen, die sie erst einmal verarbeiten müsse.
Neben der Schlacht um Verdun und sprachen die Teilnehmenden auch das Thema Stereotype / Vorurteile immer wieder an. Dabei wurde ersichtlich, dass zu Beginn des Seminars die deutschen und die französischen Teilnehmenden einige Vorbehalte gegenüber den Teilnehmenden der jeweils anderen Nation hatte. Diese wurden im Laufe der Woche allerdings ausgeräumt wie unter anderem das unten verlinkte Video zeigt.
Hier einige Seminarergebnisse:
 
Beitrag im Saarländischen Rundfunk: http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=58459 (ab Minute 5:54)
Interviews zu Stereotypen: https://youtu.be/qz6pRGRT-PY
Blog zur Schlacht um Verdun: https://myblogverdun.blogspot.de/2018/02/the-battle-of-verdun.html?showComment=1517499886457#c8310040233776159551

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Verdun - Deutscher und französischer Soldat