Verstehen geht nur über Sprache

Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Struthof- Natzweiler ist die größte Gedenkstätte für die Verbrechen des Nationalsozialismus auf französischen Boden. Das Lagergelände wird jährlich von über 250. 000 Menschen besucht. Mehr als 60 % der Besucher kommen dabei aus dem nahegelegenen Deutschland, darunter sehr viele deutsche Schulklassen. Leider sind jedoch nur sehr geringe Teile des Ausstellungsbereichs bislang übersetzt. Dies gilt insbesondere für den Hauptbereich der Aussstellung auf dem Lagergelände, die sogenannte Museumsbaracke. Hier finden sich nur eine Handvoll Hinweistafeln in englischer und deutscher Sprache, alle Vitrineninhalte, Bildbeschreibungen etc. liegen bislang nur auf Französisch vor.

Das Ziel unserer Arbeit mit Oberstufenschülern des Deutsch- Französischen Gymnasiums Freiburg war es, hier Abhilfe zu schaffen und den Inhalt aller Vitrinen und Bildtafeln ins Deutsche zu übersetzen.

Datum des Projektes:
04. Juli 2017 bis 06. Juli 2017

Veranstalter

Frank Hack
E-Mail: Projektorte:
Camp de Struthof
67130 Natzweiler,
FR

Projektbeschreibung

Nach diversenen Vorgesprächen mit der Leiterin der Gedenkstätte und  der Organisation von Fördergeldern sowie der intensiven Behandlung des Themas im Geschichtsunterricht  fuhren wir am 4. Juli 2017 mit insgesamt 22 Schülerinnen und 3 Schülern der 11. Klassen von Freiburg zunächst ins Lager Natzweiler.
Wir bekamen dort eine auf uns zugeschnittene Führung über das Musumsgelände und die Lagerbaracken. Anschließend organisierten wir unsere Übersetzungsarbeit. Es bildeten sich Schülergruppen, die jeweils für eine Thematik und einen Raum der Museumsbaracken zuständig waren. Die Schüler/innen  nahmen anschließend Photos von allen zu übersetztenden Tafeln und Legenden.
Am Abend fuhren wir dann mit dem Bus in unsere Unterkunft, das nahgelegene Schloss Klingenthal, dass uns die Goethestiftung Basel für unseren Aufenthalt kostenlos zur Verfügung stellte. Dort fanden wir im Konferenzkeller und im Schlosspark ideale Arbeitsbedingungen vor. Zum Teil mit Hilfe von uns Lehrkräften, zum Teil völlig selbständig, gelang es den einzelnen Schülergruppen alle Museumstexte ins Deutsche zu übersetzen. Am Nachmittag des 5. Juli fuhren wir noch einmal ins Lager, um unsere Ergebnisse noch einmal vor Ort zu verifizieren.
Die Schüler sandten uns die fertigen Texte, die wir zu Beginn der Sommerferien noch einmal überprüften und formatieren. Am 2. August fuhren wir dann mit drei Kollegen noch einmal ins Lager Natzweiler, um die Ergebnisse einer letzten Überprüfung zu unterziehen.
Am 10. Oktober werde ich als Projektverantworlicher noch einmal ein längeres Abschlussgespräch mit der Lagerleitung führen. Dabei werden wir vor allem um die Form sprechen, in der unsere Ergebenisse ab 2018 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Im Gespräch sind im Moment Ausziehtafeln unter den Vitrinen, folierte Texte und sogenannte QR- Codes für Smartphones. Die endgültige Entscheidung liegt aber in den Händen der Lagerleitung.
Wir sind aber überzeugt, dass wir mit unseren Übersetzungen allen zukünftigen deutschen Besuchern das Verständnis wesentlich erleichtern können.

Programm

4. Juli 2017
13.00 Abfahrt von Freiburg (Breisgau) ins Konzentrationlager Natzweiler
15.00- 17.30 Kennenlernen des Lagers
Ab 18.00 Abendessen /Beziehen der Unterkunft in Schloss Klingenthal
5. Juli 2017
9.00- 16.00 Übersetzen in Kleingruppen in Schloss Klingenthal
16.00- 18.00 Überprüfen der Ergebniss im KL Struthof
Abend zur freien Verfügung
 
6.Juli
9.00- 16. 00 Übersetzen im Schloss Klingenthal
16.00- 18.00 Rückfahrt nach Freiburg

Mehr Informationen

Für weitere Informationen, auch die geplante weitere Arbeit in den nächsten Jahren mit dem KL Struthof stehen wir gerne zur Verfügung.
Ansprechpartner: Frank Hack, Deutsch- Französisches Gymnasium Freiburg, Runzstraße 82, 79117 Freiburg Tel (priv.) 0049- 761- 20 25 025

So lief das Projekt

Aus unserer Sicht war das Projekt ein großer Erfolg.
Die Schüler/innen waren hochmotiviert, weil es sich hier um ein Projekt handelt, dessen Ergebnisse langfristig anderen Menschen zugänglich gemacht werden können.
Auch in fachlicher Hinsicht profitierten die Jugendlichen aus unserer Sicht enorm, weil sie sich zum einen durch das Übersetzen noch viel intensiver mit den historischen Gegebenheiten auseinandersetzen; zum Anderen wurde Ihnen die Komplexität von Übersetzungsarbeit vor Augen geführt. Durch ihre erfolgreiche Arbeit erkannten sie aber auch den Nutzen Ihrer an unserer Schule erworbenen Fach- und Sprachkenntnisse.
Da wir unser Ziel, das vollständige Übersetzen aller Ausstellungstafeln erreichten, glauben wir, dass unsere Arbeit in den nächsten Jahren sehr vielen deutschsprachigen Besuchern zugute kommen wird.