"Sag mir, wo die Blumen sind" - ein europäisches Theaterstück zum Ersten Weltkrieg; "Que sont devenues les fleurs" - un projet européen de théatre concernant la Grande Guerre; "Where have all the flowers gone" - a theatre project about the Great War

Ganz in schwarz stehen 39 Jugendliche auf der Bühne und singen: Die Franzosen beginnen und schmettern die „Marseillaise“ - „Allons enfants de la patrie“, die Hand auf das Herz gelegt. Etwas schüchterner klingen „God safe the King“ und im Anschluss - ungewohnt für das Publikum - „Heil Dir im Siegerkranz“ - schließlich befinden wir uns im Jahr 1914…

So beginnt das Theaterstück „Sag mir, wo die Blumen sind“, das Schüler und Schülerinnen des Werdenfels-Gymnasiums Garmisch-Partenkirchen, des Lycée Ozanam Lille und der Bay House School Gosport in Koproduktion mit dem Residenztheater München erstellt haben...

Zwei Jahre lang haben die Jugendlichen gemeinsam recherchiert, Texte geschrieben, geprobt und schließlich dieses außergewöhnliche Projekt auf die Bühne gebracht, das nicht nur vom Ersten Weltkrieg, sondern auch von den Kriegen danach, der Haltung der Schülerinnen und Schüler selbst zu Krieg, Frieden und europäischer Verständigung erzählt. Nach insgesamt 9 Aufführungen in drei verschiedenen Ländern können wir behaupten: Es hat sich gelohnt. 

Datum des Projektes:
06. April 2018 bis 05. Juni 2018

Veranstalter

Werdenfels-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen
E-Mail: Projektorte:
Wettersteinstr. 30
82467 Garmisch-Partenkirchen,
DE
Max-Joseph-Platz 1
80539 München,
DE
50, rue St Gabriel
59800 Lille,
FR
146, Boulevard de St Quentin
80090 Amiens,
FR
Gomer Lane
PO 12 2QP Gosport,
GB

Projektbeschreibung

„Sag mir, wo die Blumen sind/Que sont devenues les fleurs/Where have all the flowers gone“ ist ein Projekt, das 39 Schüler*innen des Lycée Ozanam Lille, der Bay House School Gosport und des Werdenfels-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen vereinigt, die einst als Kriegsgegner des Ersten Weltkriegs nun gemeinsam zu diesem Krieg recherchierten und daraus ein Theaterstück in drei Sprachen entwickelt und auf die Bühne gebracht haben, das sich den großen Themen unserer Zeit widmet: Krieg, Frieden, Völkerverständigung und europäische Zusammenarbeit. Koproduziert wurde das Stück vom Münchner Residenztheater/JUNGES RESI, das die Jugendlichen während der gesamten Projektphase von Herbst 2016 bis Juni 2018 künstlerisch begleitet und angeleitet hat. Begonnen hat unser Projekt mit einer einwöchigen Schülerbegegnung in Lille, bei der die Jugendlichen die Hintergründe des Ersten Weltkrieges im Archiv recherchiert, Schlachtfelder und Museen besucht, einen deutschen Soldatenfriedhof gemeinsam gereinigt und erste Theater- und Tanzworkshops absolviert haben. Dabei wurden sie in gemischtnationale Teams eingeteilt, die an den einzelnen Erinnerungsorten unterschiedlichen Arbeitsaufträgen nachgingen und daraus erste Szenen entwickelten. Diese wurden aufgezeichnet, transkribiert und gesammelt, ebenso die weiteren Szenen, die bei der nächsten Schülerbegegnung in Gosport entstanden. Dieses Treffen ging vor allem der Frage nach, warum der Erste Weltkrieg, der doch alle anderen beenden sollte, den Zweiten Weltkrieg und noch viele weitere Kriege nach sich zog. Dazu recherchierten die Jugendlichen im Imperial War Museum in London, wobei sie erneut in trinationalen Gruppen arbeiteten und weitere Theaterszenen entwickelten. Neben der Theaterarbeit standen in Gosport musikalische Workshops im Zentrum, wo die Schüler*innen lernten, ihre Stimme wirkungsvoll in Chören einzusetzen oder sich mit ihrem Instrument musikalisch einzubringen. Aus dem gesamten Material an Szenen, Texten, Bildern, Filmaufnahmen, Musiken und Chören erstellten Dramaturgie und Regie eine erste Textfassung, die während der Schülerbegegnung in Garmisch-Partenkirchen erstmals auf der Bühne erprobt wurde. Diese „Urfassung“ wurde ergänzt durch neue Gedanken, Texte und Reflexionen der Schüler*innen, die diese anlässlich eines Besuchs im Marshall-Center Garmisch-Partenkirchen anstellten. Beim Besuch dieses deutsch-amerikanischen Zentrums für Sicherheitsstudien wurde den Jugendlichen bewusst gemacht, wie zerbrechlich der Frieden in der Welt ist. Die Aussage „Es ist keine Frage, ob ein neuer Krieg kommt, sondern nur wann und wo - darauf müssten wir uns vorbereiten“ und die gegenwärtigen politischen Veränderungen, wie z. B. der Brexit und das Erstarken von rechten Parteien, führten zu kontroversen Diskussionen unter den jungen Menschen. All diese individuellen, teilweise auch widersprüchlichen Positionen spiegeln sich in der Textfassung wider. Alle 39 Schüler*innen feierten dann am 19.4.2018 im Residenztheater München ihre Premiere, weitere Aufführungen in München und Garmisch-Partenkirchen vom 20.04.-22.04.2018 schlossen sich unmittelbar an. Die Bühne, bestehend aus schwarzen Podesten, diente als Schützengraben, Grab oder Versteck, sowie als nachgestelltes Marshall-Center. Dahinter wurden auf einer Leinwand Bilder, Fotos und Filmaufnahmen gezeigt, die die letzten zwei Jahre der Projektarbeit dokumentarisch im Stück begleiteten. Ebenso erläuterte eine Gruppe von Schüler*innen dem Publikum den Projektablauf sowie historische Zusammenhänge. Durch Massen- und Chorszenen sowie durch Live-Musik oder selbst komponierte und gesungene Lieder wurden die Szenen miteinander verknüpft. Der Text war drei- bzw. mehrsprachig, wobei die Schülerinnen und Schüler nicht nur in ihrer Muttersprache agierten, sondern auf der Bühne auch die Sprache ihrer jeweiligen Partner verwendeten. Das gesamte Material inklusive der Choreographien, Songs, Kompositionen und allen Texten wurde von den Schülern unter Anleitung der Profis des JUNGEN RESI selbst entwickelt. Nach den insgesamt vier ausverkauften Vorstellungen in Deutschland stand im Mai/Juni 2018 die Tournee nach Frankreich und England an. Sogar die Ferien nutzten die Jugendlichen dafür, das Stück auf die neuen Erfordernisse für das englische und französische Publikum sowie die neuen Bühnen anzupassen. Ihr Lohn war ein begeistertes Publikum bei den Aufführungen in Lille, Amiens und Gosport. Die Reise nach England bildete den vorläufigen Abschluss dieses Projekts. Um ein derartig komplexes Projekt umzusetzen, ist eine Kooperation auf allen Ebenen nötig. So mussten die Schüler*innen sich auf ihre europäischen Partner einlassen, nicht nur in der intensiven Projektarbeit bei den Treffen. Eine Voraussetzung für die Teilnahme war von Anfang an die Bereitschaft der Familien, Gastgeber für die Schüler der beiden Partnerschulen zu sein. So nahm jede Familie mindestens einen oder mehrere Projektschüler während der Schülerbegegnungen als Gast auf. Die beteiligten Lehrkräfte trafen sich dreimal im Vorfeld des Projektes, um die Anträge an diverse Institutionen (Erasmus+, DFJW, dfi…) gemeinsam zu formulieren und das Projekt organisatorisch und logistisch vorzubereiten. Dabei war von Beginn an das JUNGE RESI beteiligt. Vor jeder Schülerbegegnung fand ein zweitägiges Treffen dieses Leiterteams statt. Grundsätzlich war jede Schule für die Organisation der Schülerbegegnung wie auch der Aufführungen im eigenen Land verantwortlich, genauso wie für die künstlerische Arbeit mit den Schülern während der Zwischenphasen. Die französische Schule konnte dafür die Compagnie Éoliesonge Lille gewinnen, in England übernahm diesen Part ein drama teacher und in Deutschland wurde diese durch Theaterworkshops des Residenztheaters umgesetzt. Entsprechende Absprachen wurden bei den Treffen des Leitungsteams, per Mail oder bei Skype-Konferenzen getroffen. Aufbau, Bühnen- und Lichttechnik während aller Aufführungen übernahmen mitgereiste Techniker und Assistenten des Residenztheaters München mit Unterstützung der lokalen Kräfte. Finanziell war jede Schule für ihr eigenes Budget verantwortlich. Die Kosten vor Ort mit Ausnahme von Reise- und Unterbringungskosten übernahm der Gastgeber, die Aufenthaltskosten der Gesamtgruppe in München wurden durch Projektfinanzierung durch „On y va“ sichergestellt. Dass sich die Schüler*innen an große Themen herangetraut und Neues ausprobiert haben, vieles gelernt und von dem Projekt profitiert haben, zeigen stellvertretend folgende Reaktionen: „Sometimes it’s really annoying and hard doing theatre work. But at the end of the day it’s worth it.“ „J’ai appris qu’il y a énormement de guerre dans le monde et l’importance de la paix.“ „Ich habe zuvor noch nie mit einer so großen internationalen Gruppe gearbeitet und erst durch das Projekt die Nähe des Krieges verstanden.“

Programm

Probenplan "Sag mir, wo die Blumen sind" April 2018 /
Garmisch So, 08.04.
11-12.30 Uhr Choreo/Felix; 12.30- 13.30 Uhr Musik/Kilian; 13.30 - 14 Uhr Pause/break; 14 - 17 Uhr Musik/ Kilian Choreo/ Felix u.a. Solos (Paul, Gauthier, Simon); Tango u.a. Letters/Emotions; 23.30 Uhr Ankunft Englische Schüler in Garmisch
Mo, 09.04.
10-11.30 Uhr Ankommen/Warm-up/Neue Fassung/Erklärung/Begrüßung; 11.30 - 13 Uhr Probe; 13- 14 Uhr Pause; 14 - 17 Uhr Probe; 17.30 Uhr Abfahrt Bus Vorstellung "Homevideo"; Marstall Essen: Selbstversorger/Kantine
Di, 10.04.
9.30 - 12.30 Uhr Probe; 12.30 - 14 Uhr Pause; 14 - 18 Uhr Probe ;
Mi, 11.04.
9 - 10 Uhr Videoeinrichtung Technik Jungs, Dennis, Anja, Verena, Alex, Mohammed, Peter; 10-13 Uhr Probe; 13 - 14.30 Uhr Pause; 14.30 - 18.30 Uhr Prob;e 18.30 - 22 Uhr im Anschluss: Korrekturen Videoeinrichtung + Nebelmaschine Technik Jungs, Dennis, Anja, Verena, Alex, Mohammed, Peter;
Do, 12.04.
9 - 13 Uhr Probe; 12 - 13 Uhr Essen Techniker; 13 - 14.30 Uhr Pause / Schüler Toneinrichtung: Matthias, Mohammed, Technik Jungs; 14.30 - 18 Uhr Probe; im Anschluss bis max. 22 Uhr Arbeiten an Licht und Technik Peter, Uwe, Matthias, Mohammed, Technik Jungs;
Fr, 13.04.
9 - 13 Uhr Probe; 12 - 13 Uhr Essen Techniker / gestaffelt; 13 - 14.30 Uhr Pause / Schüler Toneinrichtung; 14.30 - 18 Uhr Probe; im Anschluss bis max 22 Uhr Arbeiten an Licht und Technik Einteilung Technik Jungs;
Sa, 14.04.
8-12 Uhr Probe Info Technik: Videos einspielen; ca. 11.30/12 - 14 Uhr Abbau Bühne Team JR + Techniker Jungs; 12 - 13 Uhr Pause / Schüler; 13 - 16 Uhr Korrekturen / Auswertung / Vorbereitung Interviews / Filmen : Dennis, Christina;
So, 15.04.
Freier Tag
 
Probenplan "Sag mir, wo die Blumen sind"; April 2018 / München + VA Garmisch
Mo, 16.04.
8-16 Uhr TE + BE; ab ca. 14 Uhr: Dennis dazu/Video; ab 13 Uhr Garderoben verfügbar; 15 Uhr Treffpunkt alle Jugendlichen: Marstall (11 Uhr Bus ab in Garmisch); 16-17 Uhr Möglichkeit zu Essen / Kantine; 17 Uhr Sicherheitsunterweisung D/F/E; 17.30 - 21 Uhr Probe - "Stück im Ablauf";
Di, 17.04.
10-13 Uhr Probe; 13 - 13.45 Uhr Mittagessen /Kantine; 13.45 - 16 Uhr Prob;e 16-18 Uhr Cuv Probebühne; ab 18 Uhr Freier Abend;
Mi, 18.04.
9.30 Uhr Ankommen; 10 - 14 Uhr Probe; 14 - 16.45 Uhr Pause; 16.45 Uhr Treffpunkt Marstall; 17 - 22 Uhr Probe; 17 Uhr: Warm up; 18 Uhr: HP 1 danach Probe + Korrekturen;
Do, 19.04.
10 - 14 Uhr Bühnenprobe; 11 Uhr GP (hausöffentlich); 14 - 18 Uhr Pause; 18 Uhr Maske/Kostüm/Warm-Up; 20 Uhr Premiere;
Fr, 20.04.
8.30 Uhr Maske/Kostüm/Warm-Up; 10.30 Uhr Vorstellung im Anschluss Publikumsgespräch im Marstall; Essen in Kantine; 14 Uhr Abfahrt Bus nach Garmisch; ab ca. 15 Uhr Bühnenbild Ausladen in Garmisch: JR Team + Technik Jungs;
Sa, 21.04.
Garmisch 9 - 12 Uhr Aufbau Bühne + Technik Jungs; 12 - 14.30 Uhr Einrichtung Licht; 15 - 16.30 Uhr Durchlauf; 17.00 Uhr Maske/Kostüm/Warm-Up; 19.30 Uhr Vorstellung;
So, 22.04.
Garmisch 9.00 Uhr Maske/Kostüm/Warm-Up; 11.00 Uhr Vorstellung; im Anschluss Abbau
 
Tournee nach Lille, Amiens und Gosport (Mai/Juni 2018)
Fr, 25.5.
18.55 Uhr Ankunft der deutschen Schüler und Team Junges Resi; Abend in den Familien
Sa, 26.5.
13.10 Uhr Ankunft der englischen Schüler in Lille; 14-18 Uhr Proben: Doku-Cut und Musik; ab 18 Uhr: Abend in den Gastfamilien
So, 27.5.
15-20 Uhr Proben im Theater "Le Grand Sud"
Mo, 28.5.
12 Uhr Kostüme/Warm up; 13-15.30 Uhr: Durchlaufprobe; 17 Uhr: Essen; 20 Uhr: Erste Aufführung
Di, 29.5.
8.30 Uhr Kostüme/Warm-up; 10.30-12.00 Uhr: Zweite Aufführung; anschließend: Freier Nachmittag für die Schüler; Technik: Reise nach Amiens - Abbau und Aufbau im Lycée La Providence
Mi, 30.5.
11 Uhr Abfahrt von Lille nach Amiens mit dem Bus; 14-16 Uhr: Duchlaufprobe; 17 Uhr: Kostüme/Warm up; 19.30-21 Uhr:Aufführung; anschließend Abbau; 22 Uhr: Abfahrt/Rückfahrt nach Lille
Do, 31.5.:
6.15 Uhr Abfahrt der gesamten Gruppe nach Gosport (Bus); Ankunft ca. 14.30 Uhr; 15-21 Uhr: Aufbau der Bühne
Fr, 01.6.
11-14 Uhr Durchlaufprobe; 18 Uhr Warm up/Kostüme; 20-21.30 Uhr Erste Aufführung in Gosport;
Sa, 02.6.
13.30 Uhr Kostüm/Warm-up; 15 Uhr Zweite Aufführung in Gosport; anschließend: Abbau; Feedback-Runde
So, 03.06.
08.15 Uhr Abfahrt der deutschen Gruppe nach London; 11.45 Uhr Abfahrt der französischen Gruppe nach Lille
Mo, 04.06.
13.20 Uhr Rückflug der deutschen Gruppe von London nach München, Weiterreise nach Garmisch-Partenkirchen
 

Mehr Informationen

Der Fortgang des Projekts lässt sich auf folgenden Websites nachvollziehen:
 
http://www.theatrefirstworldwar.eu/
https://www.residenztheater.de/inszenierung/sag-mir-wo-die-blumen-sind

So lief das Projekt

Das europäische Theaterstück „Sag mir wo die Blumen sind“, das von 39 Schüler*innen aus Frankreich, England und Deutschland in Kooperation mit dem Residenztheater München geschrieben, inszeniert und aufgeführt wurde, war ein voller Erfolg.
Es wurde insgesamt neunmal in München im Marstall (2x), Garmisch-Partenkirchen (2x), Lille (3x), Amiens (1x) und Gosport (2x) vor insgesamt ca. 2000 Zuschauern gespielt und mit „Standing ovations“ am Ende der Vorstellungen vom Publikum äußerst positiv aufgenommen. 
Dies resultierte aus der guten Zusammenarbeit der Schüler*innen und Lehrkräfte der drei beteiligten Schulen mit den Künstlern des Residenztheaters, welche nicht nur die gemeinsame Probenzeit umfasst, sondern auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Jugendlichen bei den jeweiligen Schülerbegegnungen in Gastfamilien untergebracht waren und zusammen in trinationalen Gruppen die historische Recherche und das Entwickeln und Schreiben der einzelnen Szenen durchführten.
 
Weniger erfolgreich war die Kooperation der Künstler des Residenztheaters mit den Mitgliedern der französischen Theatergruppe Éoliesonge, da hier teilweise Differenzen und Spannungen auftraten, die deutlich schlechter zu lösen waren als kurzzeitig auftretende Meinungsverschiedenheiten zwischen den beteiligten Projektlehrkräften.
 
Im Vordergrund stand aber immer die erfolgreiche Zusammenarbeit der Schüler*innen, die von dieser sehr arbeitsintensiven, zwei Jahre andauernden Projektarbeit in vielerlei Hinsicht profitierten. Die gegenseitige Wertschätzung und das Eintauchen in die jeweils andere Kultur war aber nicht nur bei den Jugendlichen festzustellen, sondern es bildeten sich auch Freundschaften unter den Eltern, die sogar darin mündeten, dass zwei Schüler aus Lille im Schuljahr 2018/19 als Gastschüler das Werdenfels-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen besuchen werden.
Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass künstlerische Arbeit die Jugendlichen auf der einen Seite enorm fordert, auf der anderen Seite ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind und ein gutes Ergebnis bei einer so großen Anzahl an Schüler*innen nur erzielt werden kann, wenn sie sich aufeinander einlassen und wirklich zusammenarbeiten. Es war faszinierend zu sehen, wie sie Ideen austauschten, gemeinsam Szenen in drei verschiedenen Sprachen entwarfen und schlussendlich ein richtiges „Ensemble“ wurden, das bei der Aufführung mit Bravour die Aufgabe meisterte, ein selbst geschriebenes Theaterstück so ergreifend darzustellen.
Dadurch, dass alle drei Sprachen auf der Bühne zu hören waren und die Jugendlichen auch viele fremdsprachige Texte sprachen, haben sie auch ihre jeweiligen Fremdsprachenkenntnisse enorm verbessert.
Ein weiteres positives Ergebnis lässt sich aus den Evaluationsbögen der Jugendlichen herauslesen. Viele erwähnten, dass ihr Selbstwertgefühl enorm gestiegen und durch das Spielen vor Hunderten von Zuschauern ihr Selbstvertrauen deutlich gewachsen sei.
Dies resultiert natürlich auch aus der sehr intensiven Arbeit mit professionellen Künstlern, die ihnen erst aufzeigten, zu was sie zu leisten imstande sind. Die Qualität des Theaterstücks war daher deutlich über den Erwartungen!!
 
Der wohl innovativste Aspekt des Projektes war, dass die Schüler*innen, ausgehend von der historischen Recherche auf Schlachtfeldern, Gedenkstätten, Archiven und Museen, ihr eigenes Theaterstück von Anfang bis Ende entwickelten. Sie lernten, durch die Sprache des Theaters und das Darstellen von Emotionen ihren ganz persönlichen Zugang zu den Ereignissen des 1. Weltkrieges zu kreieren und was dieses Ereignis für sie im europäischen Kontext 100 Jahre danach bedeutet.

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